Ziel eines Clowns ist es, sein Publikum zu berühren, zum Schmunzeln und Lachen zu bringen, und manchmal auch zum Nachdenken. Peter und Nayana wissen, dass das nur gelingen kann, wenn wir „unseren inneren Clown berühren“, ihn unserem Publikum zeigen, authentisch sind. Der Clown ist immer ein Teil von uns selbst, und zwar der Teil der spielen und tanzen, impulshaft agieren und letztlich „sein“ will wie es ihm gerade entspricht. Der Teil der die Welt nicht ganz versteht, seine Unwissenheit akzeptiert und neugierig, begeistert oder schüchtern auf Entdeckungsreise geht. Ein Clown hat (womöglich) noch nicht gelernt, was als „cool“ oder seriös und was als lächerlich, schwach und dumm gilt. Und der deswegen noch nicht verlernt hat, sich zu zeigen wie er ist. Damit ist er unserem kindlichen Ich sehr nah. Verbunden damit ist die zentrale Erfahrung des Clowns das Scheitern in allen Formen. Er macht Dinge falsch, weil er es nicht besser weiß aber trotzdem das Beste versucht.

Nayana Bhat ist zeitgenössische Tänzerin und Choreografin, aber auch im klassischen, indischen Tanz ihrer Heimat ausgebildet. Sie wird an diesem Wochenende gemeinsam mit Peter Kaubisch den Bogen zwischen Bewegungs- bzw. Körperarbeit und der Clownerie spannen. Peter ist Clown, Pädagoge und Gründer der Salzburger „Clownfabrik“. Im Sinne des modernen Clowntheaters werden uns die beiden an diesem Wochenende ganz ohne Schminke und Kostüme, nur durch die Schulung der Wahrnehmung von körperlichen Empfindungen, Bewegung und Emotionen, sowie deren Einfluss aufeinander, hin zu unserem „inneren Clown“ begleiten.

Verschiedene Methoden der Körperarbeit (Bewegungsimprovisation, Feldenkrais, Yoga, etc…) schulen unsere Wahrnehmung und helfen uns, auf Impulse von außen bewusster zu reagieren. Dies ist eine wichtige Basis für die clowneske Theaterarbeit, in der wir unseren inneren Clown entdecken können. Im Gegenzug ermöglicht uns das clowneske Spiel eine intensive körperliche wie emotionale Selbsterfahrung. Das bewusste Erleben und Umgehen mit diesen Reaktionen kann uns helfen, unser Wesen besser zu verstehen und im Alltag achtsamer zu sein. Für das clowneske Spiel ermöglicht dieser Fokus eine intensive Erfahrung und ein deutliches Herausarbeiten der Aspekte des „eigenen Clowns“. Dies geschieht an diesem Wochenende anhand von Spielen und Improvisationen, bei denen ihr euch humorvoll mit den vielen Variationen des Scheiterns auseinandersetzen könnt.


Zum Verständnis der Clownerie

Oberstes Ziel eines Clowns ist es, sein Publikum zu berühren, es zum Lachen zu bringen, geliebt zu werden. Das kann nur gelingen, wenn wir „unseren inneren Clown berühren“, ihn unserem Publikum zeigen, authentisch sind. Der Clown ist immer ein Teil von uns selbst. Er verleiht unseren Gefühlen, Fehlern und Schwächen Ausdruck ohne sich dabei selbst allzu ernst zu nehmen. Der Clown spielt sich nicht, er ist. Der Clown will sein wie er ist sich mit allem was da ist ausdrücken und ausleben – oft aber nicht immer bedeutet das ein (zumindest vom Standpunkt der „Normalität“ betrachtet) Scheitern in irgendeiner Form, immer aber eine unmittelbare, wahre und echte Reaktion auf das was da ist um uns und in uns.

Wir benutzen für diese Art der Clownerie keine Schminke und – in diesem Workshop – auch keine Kostüme. Wir machen keinen Slapstick oder „Blödsinn“ machen, um zu versuchen, einen Clown zu „spielen“. Dieser Unterschied zwischen dem „Clown Sein“ und „Clown Spielen“ ist schwer zu beschreiben und wird im Workshop als zentrales Thema herausgearbeitet.

Die beiden Workshops Moving Clowns – Freiheit und Fiasko und Moving Clowns – Flow und Folie sind gleichwertige Module die verschiedene Aspekte der Thematik abdecken und beliebig gewählt werden können. Bitte bringt bequemes Gewand, eine Trinkflasche und wenn vorhanden, eine rote Nase mit.

Willkommen, ihr Clowns, im Zirkus des Lebens in der GEA Akademie in Schrems!


Kursleitung

Peter Kaubisch ist freiberuflicher Pädagoge und Trainer in verschiedenen Bereichen. Neben seiner pädagogischen Ausbildung an der Universität Salzburg (Erziehungswissenschaft) hat er verschiedene Aus- und Weiterbildungen in der Clownerie absolviert (Pierre Byland, Locarno, Bruno Zühlke, Freiburg, Lola Monti, Innsbruck, etc.). Er ist der Gründer der Salzburger “Clownfabrik” und verwendet Clownerie sowohl als pädagogische Methode wie auch in straßenkünstlerischen Auftritten („Walk Acts“). Peter kommt aus Laufen a.d. Salzach.

Nayana Bhat ist zeitgenössische Tänzerin und Choreographin. Sie ist in klassischem indischen Tanz (Bharatanatyam, Kathak) ausgebildet und hat die Ausbildung zur Choreographin an der SEAD (Salzburg Experimental Academy of Dance) absolviert. Nayana ist mit ihren Stücken – als Tänzerin oder Choreographin – in verschiedenen Ländern Europas und in Asien aufgetreten. Neben ihrer künstlerischen Arbeit unterrichtet sie verschiedene Formen der Körperarbeit (Yoga, Feldenkrais, klassischer indischer Tanz und das von ihr entwickelte Programm “I AM” zur Ausbildung von Achtsamkeit durch Bewegung). Nayana stammt aus Südindien und lebt zurzeit in Salzburg.